Schritt 1: Lieferanteninventar erstellen
Der erste Schritt zum Aufbau entwaldungsfreier Lieferketten ist die vollständige Erfassung aller relevanten Lieferanten. Dazu gehören nicht nur direkte Lieferanten, sondern auch Tier-2- und Tier-3-Lieferanten, sofern sie EUDR-Rohstoffe produzieren.
Für jeden Lieferanten sollten folgende Informationen dokumentiert werden:
- Name, Adresse und Kontaktdaten
- Rohstoffe und Produktmengen
- Herkunftsländer und -regionen
- Bestehende Zertifizierungen (FSC, PEFC, Rainforest Alliance etc.)
- Verfügbare Geokoordinaten
Schritt 2: Geokoordinaten erheben
Die EUDR verlangt Geokoordinaten für alle Anbauflächen. Die Erhebung ist eine der größten Herausforderungen – insbesondere bei Kleinbauern in Entwicklungsländern. Folgende Methoden haben sich bewährt:
Mobile App-basierte Felderfassung
Lokale Partner oder Agrarberater erfassen die GPS-Koordinaten direkt vor Ort per Smartphone-App. OriginPulse bietet eine einfach zu bedienende Felderfassungs-App, die auch offline funktioniert.
Satellitenbasiertes Plot-Mapping
Für bereits bekannte Anbauregionen können Plots per Satellitenbildanalyse und Polygon-Zeichnung erfasst werden. Moderne KI-Modelle können landwirtschaftliche Flächen automatisch abgrenzen.
Kooperativen-Daten nutzen
Viele landwirtschaftliche Kooperativen erfassen GPS-Daten ihrer Mitglieder. OriginPulse integriert bestehende Kooperativen-Datenbanken und kann vorhandene Daten direkt verarbeiten.
Schritt 3: Satellitenanalyse der Anbauflächen
Sobald Geokoordinaten vorliegen, muss jede Fläche auf Entwaldung nach dem 31. Dezember 2020 geprüft werden. OriginPulse kombiniert mehrere Satellitenquellen für eine zuverlässige Analyse:
- Optische Daten (Sentinel-2): Hochauflösende Bilder für klare Entwaldungsdetektion
- SAR-Radar (Sentinel-1): Wolkenunabhängige Analyse für tropische Regenwaldregionen
- Globale Entwaldungsdaten: Global Forest Watch, Hansen-Datensatz und EU-Referenzdaten
Schritt 4: Risikobewertung und Risikominimierung
Nach der Satellitenanalyse folgt die strukturierte Risikobewertung. OriginPulse vergibt automatisch Risikostufen:
- Grün (Geringes Risiko): Keine Entwaldung nach 31.12.2020 detektiert, Herkunftsland niedrig eingestuft
- Gelb (Mittleres Risiko): Unsichere Datenlage oder mittleres Länderrisiko – weitere Prüfung empfohlen
- Rot (Hohes Risiko): Entwaldungsereignis detektiert oder Hochrisikoland – sofortiger Handlungsbedarf
Schritt 5: Kontinuierliches Monitoring einrichten
EUDR-Compliance ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Entwaldungsrisiken ändern sich jährlich mit neuen Ernten und neuen Entwaldungsereignissen. OriginPulse bietet:
- Jährliche automatische Aktualisierung aller Analysen
- Frühwarnbenachrichtigungen bei neuen Entwaldungsereignissen
- Automatische DDS-Verlängerung bei unveränderten Verhältnissen
- Monitoring-Dashboard für das gesamte Lieferantenportfolio
Best Practices für die Umsetzung
Basierend auf unserer Erfahrung mit Mittelstandsunternehmen empfehlen wir:
- Mit den größten Lieferanten beginnen (80% der Menge = 20% der Lieferanten)
- Kooperativen als Multiplikatoren nutzen für Kleinbauern-Daten
- EUDR-Anforderungen in Einkaufsverträgen verankern
- Lieferanten-Schulungen anbieten (OriginPulse liefert Materialien)
- Technologie frühzeitig einsetzen statt manuell vorzugehen